Unsere Erfahrungen aus der Praxis - wird upgedated

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Unsere Erfahrungen aus der Praxis - wird upgedated

Beitragvon samvado » 25. Jan 2012, 01:00

Diese Message wird immer wieder ergänzt. Sie soll knapp unsere Erfahrungen schildern soweit sie euch dabei helfen können, Fehler zu vermeiden und Zeit zu sparen.

Die hier geschilderten Tips sind nicht unbedingt in der zeitlich korrekten Abfolge gemäß dem Prozess gelistet sondern so, wie sie uns auffallen.

- Die erste Phase wurde mit der 1-Liter Retorte und 10 Litern Urin (konz.) erolgreich und wie erwartet mit großer Ausbeute (12 g) weissem Salz abgeschlossen.
Die beiden Backupprozesse laufen noch.

- Statt Aktivekohlefilter benutzen wir jetzt einen Wasserstromfilter, siehe dieser clip:
http://www.youtube.com/watch?v=icQcdh1faXw

- Unser Aktivkohlefilter der jetzt hinter dem Abzug (außen am Fenster) sitzt und bisher den Gestank zu 99% gefiltert hatte wirkte plötzlich nicht mehr. Außentemperatur war minus 10 Grad. Die Feuchtigkeit war im Aktivkohlegewebe gefroren und der ganze Gestank verblieb im Gebäude (autsch!). Zum Glück fiel uns das schon nach 10 Minute auf und wir konnten die Kazination unterbrechen. Jetzt basteln wir an einem semi-professionellen Wasservorhang zum filtern der Abluft.

- Fügt dem Wasser für die Kühlschlange um den Retortenhals SILBERJODID bei (z.B. als MICROPUR zur Trinkwasserherstellung im Handel), so wird die Algenbildung verlangsamt. Die setzen euch sonst ruck-zuck die Pumpe zu mit ihrem Schleim.

- Stelle das Wasserbad (WB) in eine Schale (z.B. Katzenklo), denn Kondenswasser wird an den Rändern herablaufen (selbst wenn es völlig abgedeckt ist) und den Tisch überschwemmen. Wir haben vorher immer 1 Haushaltsrolle Papier gebraucht, um den Tisch nach 3 Tagen Destillation wieder trocken zu bekommen, ausserdem leiden die elektrischen Geräte. Die Schale hat eine Ablauf mit Schlauch in das Nachfüllreservoir.

- Wer mit 10 l Urin arbeitet (und einer 1000ml Retorte) WICHTIG: nachdem die sichtbare Flüssigkeit verdampft ist bleibt JEDE MENGE Feuchtigkeit in der Masse die unbedingt vor der Kalzination herausgetrieben werden muss da sie sonst zu einer Dampfexplosion (Siedeverzug) führt. Das kann die Retorte unbrauchbar machen, da ihr den "Dreck" nie aus dem engen Ablauf herausbekommt und somit keinen sauberen DU13 herstellen könnt (oder nur mit vielen zusätzlichen Destillationszyklen).
Wir haben dafür auch noch nicht "die Lösung" - experimentieren jetzt mit einer gesonderten Verdampferbank mit einer kleinen Gasflamme (Bunsenbrenner) und eine kleinen Sandbad, das genau auf 100 C kalibriert ist, damit ist innerhalb der Retorte etwas weniger (98 C) und Siedverzug wird verhindert.

- Borsilikatglas braucht AUCH lange Abkühlzeit. Nach dem Kalzinieren wohl mindestens 30 Minuten bei Raumtemperatur. Länger wäre sicherer. Ich hab nach 10 Minuten versucht sie ins (heiße) Wasserbad zu stellen und es hat mich die Retorte gekostet.

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- Neuer Wasserstandsschalter aus HongKong, der alte aus der Waschmaschine war zu ungenau.

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- Hier sieht man den offenen Kanister mit 10 Litern Urin - er verdampft binnen 4-5 Tagen zu einem Liter - und die 1000ml Retorte mit dem bereits vorkonzentrierten Urin (daher die dunkle Farbe). Aber Achtung, in der Retorte wurde VORHER 1 Liter Morgenurin destilliert, der nun in einer braunen Laborflasche gekühlt aufbewart wird, bis nach der ersten Kalzinierung - Danach wird er dann für die 10 Zyklen verwendet. Das Dunkle Destillat dagegen wird verworfen.

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- Die Weißblechdose hat tapfer einen vollen Zyklus mit der 500ml Retorte durchgehalten, und sogar noch einige darüberhinaus. Dann aber war sie "durch". Heute verwenden wird einen soliden Topf mit Henkel, Ist auch leichter vom "Feuer" zu nehmen.

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- Bei ca. 6 Grad C Raumtemperatur schafft das Wasserbad allein keine 80 C mehr. Der kleine Tauchsieder, in Reihe geschaltet (über den Thermostaten, der auch das Wasserbad reguliert) hat 300 Watt. Das reicht dann für 80 C aus. Man sieht auch die Klammer, die die linke Retorte hält, sie wurde mit einem Stück Rohr verlängert (hartgelötet). Die Arme sind oft einfach zu kurz und Flickereien mit Kupferrohr, UHU Hart oder Gewebeband haben nicht gehalten.

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- Die Wärme- und Verdampfungsisolation ist EXTREM wichtig. Zum einen wird ohne sie das WB nicht auf 80 C kommen (bei 6 C Raumtemp.), zum anderen verdampft das Wasser ohne Abdeckung binnen weniger Stunden völlig. Trotzdem bekommt man es nie ganz dicht, daher auch der Wasserzulauf hinten. Er wird über eine kleine Tauchpumpe und ein 10-Liter Reservoir gespeisst. Das ist unser Fail-save gegen Überschwemmungen, da ja alles via Internet ferngesteuert wird, da kann schon mal was schiefgehen, z.b. die Pumpe nicht abschalten.

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- Abzug für Innen-Kalzination bzw. Vor-Trocknung der SM10 mit Bunsenbrenner auf kleiner Flamme.

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- UPDATE: Dieser Schalter erwies sich als zu grob, d.h. er hat zuviel Verdunstung zugelassen bevor er die Pumpe geschaltet und das Becken aufgefüllt hat. Heute verwenden wir einen neuen viel kleineren Schalter aus HongKong für 12,-€. [Aus dem Wasserbad verdunstendes Wasser wird durch diesen druckbasierenden Wasserstandsregler aus einer Waschmaschine (und einer billigen Aquariums-Tauchpumpe) wieder aufgefüllt.] Normlerweise ist das WB abgedeckt, nur wenn der Kanister drin ist (zu Urinvorkonzentration) entfällt das, weil die Verdunstungsoberfläche dann sowieso riesig ist. Dabei sind Tauchsieder PLUS Wasserbadheizung bei +2 C Raumtemp. kaum in der Lage, +80 C zu erreichen.

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- Menge an SM10 in 1000ml Retorte (noch sehr feucht aber ohne flüssige Anteile)



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Re: Unsere Erfahrungen aus der Praxis - wird upgedated

Beitragvon 3fuechse » 16. Mär 2012, 21:25

Warum braucht man für den Rückstand der 10 Liter-Destilation eine 1 Liter Retorte. Wenn man das Destilat nicht braucht, kann man doch in einer offenen Schale verdampfen, bis keine Feuchtigkeit mehr da ist. Evt. in der Endphase, wenn es zu sehr stinkt mit einem Aktivkohlefilter abdecken. Oder man nimmt eine normale Glasflasche für das stinkende Ende und leitet den Geruch über einen Schlauch in den Kanister mit Aktivkohle-Filter-Fenster. So würde man sich die teuere Retorte sparen.
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Re: Unsere Erfahrungen aus der Praxis - wird upgedated

Beitragvon samvado » 16. Mär 2012, 21:39

Es wird nur das ERSTE Destillat verworfen. Alle weiteren werden gemäß BoA behandelt bis zur 10. Stufe. Dann noch 3x in einer neuen Retorte.
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