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Thomas Minderle (aka Montalk)

Thomas Minderle, Autor der Website http://montalk.net ist jemand, dessen Webseiten ich seit Jahren immer wieder besuche, da er einen sehr intelligenten und umfassenden Ansatz zur Erklärung der Wirklichkeit, in der wir leben, anbietet. Ich habe mehrere seiner Seiten übersetzt und schon viele hochinteressante Diskussionen (via Email) mit ihm geführt.
 
Da ich über seine Seite auf das Book of Aquarius gestoßen war (er hatte es auf seiner Eingangsseite verlinkt, inzwischen ist das Link jedoch durch ein anderes ersetzt worden), bat ich ihn, zum Thema dieses Buche Stellung zu nehmen was er dankenswerterweise tat (er hat zudem die Titelgrafik für dieses Buch entworfen). Thomas befasst sich seit vielen Jahren mit Alchemie, hier ist seine Einschätzung die Herstellung des Steins betreffend. Wie er mir versichert, stammt nichts davon aus dem BoA selbst, dies ist lange vor dessen Erscheinen seine Position gewesen:

Aber lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Während die genaue Herstellungsmethode für den Stein der Weisen ein Mysterium bleibt, sind seine Fähigkeiten und Eigenschaften wohlbekannt. Die Alchemisten der alten Schule riskierten nichts indem sie die Existenz und Natur des Steins publizierten, solange das Rezept ein Geheimnis blieb. Glücklicherweise können wir aus den veröffentlichten Eigenschaften ableiten, woraus der Stein besteht, und was nötig sein könnte um ihnen herzustellen. Wenn unsere Deduktionen zu den begrenzten Hinweise der alten Alchemisten bezüglich des Prozesses passen können wir sicher sein, dass tatsächlich so etwas wie eine wissenschaftliche Logik hinter der Alchemie steckt.
 
Dem Stein werden neben der Transmutation von Blei in Gold viele wundersame Fähigkeiten zugesagt. Wenn man die Substanz einnimmt, wirkt sie als Allheilmittel gegen alle Krankheiten sowie das Altern. Im Bereich der höchsten Dosis die ein Mensch vertragen kann sollen die verjüngenden Wirkungen so intensiv sein, dass Nägel, Haare und sogar die Zähne ausfallen bevor sie neu und in perfekter Weise nachwachsen. Man spürt keinen Hunger und benötigt keinerlei Nahrung außer vielleicht gelegentlich eine kleine Mahlzeit um das Verdauungssystem daran zu hindern, zu atropieren. Der Verstand wird durch den Stein geschärft und neue Fähigkeiten geweckt wie zum Beispiel hellseherischer Begabungen, Telepathie und alle möglichen anderen paranormalen Fähigkeiten. Zusammengefasst könnte man behaupten, dass sich übermenschliche Fähigkeiten ausbilden. Sind diese Behauptungen reine Fantasie oder sind sie die logischen Schlussfolgerungen einer super-Wissenschaft die das Curriculum der heutigen Universitäten weit hinter sich lässt?
 
Die Maxime der Alchemie ist es, die Natur zu imitieren und ihre versteckten Prozesse künstlich zur Perfektion zu führen. Wie alle angewendeten Wissenschaften nutzt sie Naturgesetze um ihre Ziele zu erreichen. Der Unterschied zwischen Alchemie und normaler Wissenschaft besteht in der Auswahl der genutzten bzw. studierten Naturgesetze. Es ist nicht so, dass Alchemie einfach nur bekannte physikalische Gesetze auf clevere Art anwendet sondern sie nutzt Gesetze, die der konventionellen Wissenschaft vollkommen unbekannt sind. Während die Methoden die in der Alchemie verwendet werden denen der Chemie gleichen, gibt es doch zusätzliche Vorgänge und Vorsichtsmaßnahmen die vom Standpunkt der konventionellen Chemie keinen Sinn machen. Man könnte daraus schließen, dass die Chemie eine Untermenge der Alchemie darstellt, nämlich die eine eingeschränkte Untermenge der physikalischen Gesetze zur Anwendung bringt, unter Auslassung einer vitalen Komponente, die der Alchemie erlaubt Erfolg zu haben.
 
Woraus besteht die Komponente, die den Grundstein der Alchemie bildet und gleichzeitig der konventionellen Wissenschaft unbekannt ist? Aus den physikalischen und geistigen Wirkungen des Steins kann man ableiten, dass diese Komponente die Lebensenergie darstellen muss, dass Ding (in Ermangelung eines besseren Ausdrucks), welches das Phänomen des Lebens ausmacht. Was unterscheidet einen lebenden von einem toten Körper? Dass er Bewusstsein zum Ausdruck bringt, Wahrnehmung, Willen und Wachstum. Nimm die Lebensenergie heraus und das Bewusstsein verringert sich, die Wahrnehmungsfähigkeit ebenso, der Wille verschwindet und Wachstum wandelt sich um in Verfall. Was passiert, wenn man die Lebensenergie weit über die normale Menge hinaus erhöht? Dann erweitert sich das Bewusstsein zu über-Bewusstsein (Superconsciousness), die Wahrnehmung erweitert sich über die fünf Sinne hinaus, und Wachstum verändert sich zu vollständiger zellulärer Verjüngung. Also wird der Stein der Weisen die Lebensenergie im menschlichen Körper stark erhöhen.
 
Was aber ist Lebensenergie? Im Kontext der Physik ist es die Wirkung, die negative Entropie und nicht-deterministisches Verhalten hervorruft. Entropie ist die Tendenz physischer Systeme in ihre einfachste und wahrscheinlichste Zustandsform zu zerfallen. Ohne Leben zerfällt der menschliche Körper und verliert seine Form. Das ist das wahrscheinlichste Verhalten der nicht-belebten Materie, zu niedrigeren Ebenen der Komplexität hin zu zerfallen.
 
Lebensenergie ist auch nicht-deterministisch. Determinismus ist die vorhersehbare Entwicklung aus Ursache und Wirkung, in denen die Wirkungen vollständig von den ursächlichen Bedingungen des Systems abhängig sind. Nicht-Determinismus ist unvorhersehbares Verhalten, bei dem die Wirkungen nicht vollständig auf physisch bekannten Ursachen beruhen sondern auf externen Faktoren, die nicht beobachtbar sind. Eine Leiche ist ebenso vorhersehbar wie eine Billardkugel während ein lebender Mensch eine freie Wahl treffen kann, die nicht im Voraus berechenbar ist.
 
Während also tote Materie sich entropisch und deterministisch verhält sind lebende Wesen anti-entropisch und nicht-deterministisch. Lebende Wesen allerdings bestehen aus Zellen, die wiederum selbst aus Molekülen und Atomen bestehen. Wo in diesem Aufbau kommt das Leben als Prinzip ins Spiel? Die Antwort lautet, das Leben hat seinen Ursprung in Quantenphänomen, in den nicht vorhersehbaren Verhaltensweisen subatomarer Teilchen. Das einfachste der subatomaren Teilchen, das Elektron, bewegt sich in unvorhersehbarer Weise. Obwohl man die Wahrscheinlichkeit seiner möglichen Bewegungen vorausberechnen kann ist es doch unmöglich mit Präzision zu bestimmen, was es als nächstes tun wird. Die Ursache hierfür liegt in externen Faktoren, die nicht aus der beobachtbaren physikalischen Wirklichkeit stammen. Die Wissenschaft nennt diese Faktoren einfach "Zufälle". Das ist alles was die Wissenschaft dazu zu sagen hat.
 
Das Leben hat seinen Ursprung in der Welt der Quanteneffekte. Es ist zum Beispiel ein Ausdruck der nicht-deterministischen Natur der Elektronen im Gehirn, dass sich das menschliche Bewusstsein durch den Körper ausdrückt. Lebensenergie scheint als Vermittler zwischen Bewusstsein und Körper zu fungieren und bringt den Körper dazu mehr auf seinen Einfluss einzugehen. Wenn also die Physik einmal die Natur der Lebensenergie entdecken will, sollte sie auf die nicht-deterministischen Verhaltensweisen der Quanten-Systeme achten.
 
Je mehr Lebensenergie präsent ist, desto weniger Entropie, desto weniger vorhersehbare Entwicklungen gibt es in dem System, das beobachtet wird. Über ein gewisses Maß hinaus kann die Lebensenergie die Gesetze der Physik wie wir sie kennen verändern und damit zum Beispiel die Transmutation von Metallen auf niedrigem Energielevel ermöglichen, so wie die Alchemie es behauptet.
 
Wie ist das möglich? Unsere alltägliche Umgebung besteht aus subatomaren Teilchen, die ständig unvorhersehbare Sprünge, Teleportation, Bilokation, Superposition und andere äußerst befremdliche Quantenverhaltensweisen an den Tag legen. Warum benehmen sich die alltäglichen soliden Objekte nicht ebenso? Weil die zufälligen Quantensprünge der subatomaren Partikel sich zusammengerechnet zu null addieren. Man betrachte als Beispiel eine große Menschenmenge aus der Luft gesehen. Die Menge als Ganzes ist unbeweglich, obwohl einzelne Individuen sich innerhalb der Gruppe scheinbar zufällig bewegen. Weil diese Bewegungen zufällig und unkoordiniert verlaufen summieren sie sich zu einer Nullbewegung der ganzen Gruppe.
 
Die Welt um uns herum besteht aus einer Masse von subatomaren Teilchen deren individuelle Quantenbewegungen uns nicht auffallen, da sie sich zu kollektiver Unbeweglichkeit addieren. Die physikalischen Gesetze des täglichen Lebens, die wir als die deterministischen Gesetze der klassischen Physik kennen, sind lediglich Gesetze der Menge. Es ist, was von der Quantenphysik übrig bleibt, wenn man die Unvorhersehbarkeit entfernt hat und statistische Berechnungen die Gesamtmenge betreffend anstellt. Es sind keine absolut gültigen Gesetze, es sind nur Beschreibungen der wahrscheinlichsten Abläufe für grobstoffliche Masse und Energie. Physikalische Gesetze dieser Art können gebrochen werden. Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, dass auf der Quantenebene ausreichend Koordination und Kohärenz entsteht ist es doch genau das, was Lebensenergie bewirkt. Sie verändert die Wahrscheinlichkeiten auf der Quantenebene und lässt die Gesetze der Thermodynamik, Schwerkraft, Elektromagnetismus und die der Chemie nur noch eingeschränkt gültig sein.
 
Also kann behauptet werden, dass dieselbe Substanz die das Leben in einem menschlichen Wesen mit zusätzlicher Lebensenergie versorgt in gleicher Weise Blei oder Quecksilber in Gold verwandeln könnte. Transmutation und Verjüngung sind zwei Anwendungen des gleichen Prinzips. Diese Anwendungen betreffen das Außerkraftsetzen des deterministischen Verhaltens und der Entropie und die Veränderung von Wahrscheinlichkeiten auf der Quantenebene. In der einen Nutzungsformen werden die deterministischen Gesetze, die das Bleiatom stabil halten, außer Kraft gesetzt und die Veränderung hin zu Gold wird möglich. In der anderen Anwendung wird biologischen Zellen zusätzliche Lebensenergie zur Verfügung gestellt um vorhersehbare deterministischer Verfallsprozesse aufzuhalten und rückgängig zu machen.
 
Aus dem Gesagten können wir ableiten, dass der Stein der Weisen als potentes Konzentrat aus Lebensenergie fungiert. Wie könnte man ein solches Produkt herstellen? Kurz gesagt müsste man Materie mit Lebensenergie füllen, die zuvor aus der Umgebung geerntet wurde, verfeinert und vermehrt zu hoher Intensität. Genau das ist es, was alchemistische Prozeduren erreichen wollen. Man beginnt mit einer natürlichen Substanz, die bereits eine Menge an Lebensenergie enthält. Diese Substanz wird zur Verwesung gebracht, damit Mikroorganismen den Prozess weiter unterstützen und zusätzlich ihre Lebensenergie hineingeben.
 
Darauf folgen abwechselnde Sequenzen aus Destillation und erneuter Vermischung des Destillats mit der getrockneten Substanz, was die Lebensenergie vermutlich vervielfältigt und sie zudem tiefer in die verfeinerte Substanz hineinzwingt. Nach einiger Zeit erzeugt dieser Vorgang ein gereinigtes Salz, das hochgradig mit Lebensenergie geladen ist. Dieser Substanz wird dann Gold oder Silber beigemischt und noch einige weitere Male einer Raffinierung unterzogen, um daraus den Stein der Weisen herzustellen. Er wurde als transparentes glasähnliches Material beschrieben, von roter Farbe und extremer Dichte, das sich leicht pulverisieren und in Wasser lösen lässt. Es schmilzt so leicht wie Wachs, verdampft aber auch bei hoher Temperatur nicht.
 
Die vorangegangene Erläuterung ist eine sehr vereinfachte Darstellung des tatsächlichen Prozesses, nur dazu gedacht, die grundsätzlichen Vorgänge um die Lebensenergie und die Herstellung des Steins zu beschreiben. Tatsächlich gibt es unzählige subtile Feinheiten, die, wenn sie nicht beachtet werden, die gesamte Prozedur zum Scheitern bringen können. In ähnlicher Weise, wie der Empfang einer Antenne von dem umgebenden Gelände, dem Zustand der Ionosphäre und der Architektur der umliegenden Gebäude abhängig ist, so ist der Erfolg eines alchemistischen Experiments von vielen Umgebungsvariablen abhängig. Ebenso wie der Ernteerfolg vom Zustand des Mutterbodens, der Gesundheit des Saatguts und der Menge an Sonnenlicht und Regen abhängig ist, so ist auch die erfolgreiche Herstellung des Steins von jahreszeitlich bedingten Umständen und der Lebensenergie des umgebenden Raumes und anderen Variablen abhängig.
 
Der Erfolg könnte von der Wahl des richtigen Platzes, der richtigen Zeit und einige würden sogar behaupten, der richtigen Person abhängen, denn alle diese Faktoren beeinflussen die Lebensenergie der Umgebung in welcher das alchemistische Experiment stattfindet. Ohne in der Lage zu sein, diese Energien messen zu können arbeitet man blind und ist vollständig vom Glück abhängig. Daher sagen die Alchemisten Geduld und Durchhaltevermögen wären die wichtigsten Eigenschaften für einen Erfolg. In der Vergangenheit war es selbst für die berühmtesten Alchemisten üblich, mehrere Jahrzehnte für die Herstellung des Steines zu benötigen. Durch eine hinreichend große Menge an Wiederholung, Versuch und Irrtum usw. haben sie irgendwann einfach genug Glück gehabt und unter den richtigen Bedingungen die richtigen Methoden angewendet, die den Stein erzeugten.
 
Sobald die Wissenschaft entdeckt hat, was Lebensenergie wirklich ist, wie man sie messen und beobachten kann, wird die Herstellung des Steins ebenso trivial sein wie das Anbauen von Tomaten. Bis dahin haben wir nur die Überlieferungen der alten Alchemisten und die neue Generation der alchemistischen Forscher, unsere Intuition und unser Unterscheidungsvermögen um uns bei unseren Versuchen bezüglich des großen Opus zu leiten.

Thomas Minderle